5. Vårhaga Vandrarhem

Schwedenidylle (man beachte die Steigung)

Das Vandrarhem finden wir bei unserem dritten Stop, bei den beiden vorherigen mussten wir uns davon überzeugen, dass die Straße überhaupt weitergeht. Ja, wir sind mitten in der Gegend. Endlich kommen wir an, an einer Herberge. Die- ist seltsam. Verglichen mit unserer vorherigen Herberge ist sie geradezu primitiv, alte, klapprige Doppelstockbetten (Tochter stört das nicht, die wetzt die Leiter hoch und deklariert eines der oberen Betten für sich), eine winzige Küche. Im Wald in der Umgebung stehen zwei kleine Holzhäuschen. Dafür gehört zu dem Hem ein Cafe mit einer Orgel und einem großen Spielzeugschrank. Es ist eine seltsamen Kombination, aber wen juckts?

Was macht man, wenns regnet? Pokemon Go Hippos malen!!!

Abgesehen von den Personalleuten sind wir die einzigen Gäste, und der Kaffee ist sehr gut. Wir mieten uns das Ruderboot für den nächsten Tag, dann erfahren wir auch, was es mit den Häuschen auf sich hat: das sind die Toiletten und die Waschräume… seltsam, aber ok, gehen wir halt jedes mal 10 Meter den Hang hoch, wenn wir pieseln müssen. Zumindest sind wir allein. Nachts sollen zwar noch Gäste ankommen, aber wir kriegen das hier schon mit zwei Parteien geteilt. Abends sitzen wir drei (Tochter schläft in ihrem Hochbett, ich glaub, die träumt, sie wäre ein Pirat) in der winzigen Küche und schauen auf den See hinaus, während wir unseren Wein austrinken. Im Vandrarhem hängen „kein Alkohol-Schilder“ wie wir verwundert feststellen. Da wir die einzigen am Platz sind, beschließen wir, das zu ignorieren. Aber man muss ja die Leute nicht unnötig provozieren, also bringen wir die Flaschen zum Recycling, bevor sie jemand sieht.

Auf dem Weg zum Recyclingeimer treffen wir zwei rieeesige Kröten, die beide auf einen seltsamen, sich drehenden Schleimklumpen starren. Selbst als wir sie direkt mit der Taschenlampe anleuchten, wenden sie ihren Blick nicht ab. Also schauen wir uns den Klumpen näher an. Es sind zwei Schnecken. Beim Sex. Und das ist etwas, was ich beschreiben würde, wenn ich mehr als 200 likes hierfür bekomme, und wahrscheinlich müsste ich es hinter einem „Ab 18“ Hinweis verstecken. Belassen wir es bei „es ist ein bizarrer Anblick!“ Leider haben wir keinen Wein mehr übrig, um darüber Einen zu trinken. Also machen wir das zweitbeste: Schlafen!
Oder auch nicht. Martin über mir wirft sich hin und her. es klingt, als ob das Bett irgendwann nachts zusammenbrechen würde. Nach einer Stunde halte ich es nicht mehr aus und tippe ihn vorsichtig an. „Tut mir leid, aber ich kann nicht schlafen. Können wir tauschen?“
Martin springt geradezu aus dem Bett. „Gott sei Dank. Ich wurd schon seekrank da oben.“
Manchmal lösen sich Probleme, wenn man miteinander redet. Wer hätte das gedacht? Jetzt liege ich oben, ganz entspannt. Langsam dämmere ich weg.
„Jetzt gib doch mal die Schlüssel her!“
Gibt es hier Geister? Aber warum sprechen die Deutsch mit Ruhrpottakzent? Nein, natürlich nicht. Unsere Nachbarn sind angekommen.
Der Herbergsmann hatte ja gesagt, dass sie kommen.
„Sei doch mal ruhig!“
„Wieso? Hier ist doch sonst keiner!“
Ich bin versucht, zu antworten. „Doch, hier ist die Oberkröte aus dem See. Seid endlich ruhig!“ Aber ich verzichte drauf, ich will nicht mein Kind wecken, das unbeeindruckt von dem Lärm tief und fest knackt. Fast eine Stunde lang rumoren sie rum, beschweren sich lautstark. Dann ist es still. Ich schlafe ein mit dem Gedanken , dass die Küche für 2 Gruppen vielleicht doch zu klein ist…

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